Aus der Geschichte der Alten Hölle
Das ursprüngliche Haus wurde 1756 erbaut und war lange Zeit als Oberförsterei in Betrieb. 1945 wurde die Stille des Waldes gestört durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges.
In der "Alten Hölle" befand sich vom 22. bis 26.4.1945 der Gefechtsstand der deutschen 12. Armee unter ihrem Oberbefehlshaber General der Panzertruppe Walther Wenck.
Am 23. April um 1:00 Uhr traf Generalfeldmarschall Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, auf dem Gefechtsstand der 12. Armee ein, um persönlich den Befehl Hitlers an General Wenck zu übermitteln, sofort nach Osten anzugreifen, sich mit der südostwärts von Berlin durch die Russen eingeschlossenen 9. Armee zu verbinden und mit dieser zusammen Berlin zu entsetzen und damit auch Hitler zu befreien.
General Wenck führte diesen Befehl nicht durch, da sowohl die Gesamtlage als auch die mangelnden Kräfte der 12. Armee die Ausführung dieses unrealistischen Befehls nicht zuließen. Das Armeeoberkommando entschied sich, "nur noch nach der Richtschnur des eigenen Gewissens zu führen", sich nur noch Ziele im Rahmen des "Machbaren" zu setzen, wobei eine schonende und rücksichtsvolle Truppenführung im Vordergrund aller Überlegungen stand, um soviel Leben wie möglich zu retten.
Die selbstgesetzten Ziele der 12. Armee waren:
- Die Verwundeten und das Pflegepersonal aus den Lazaretten im Operationsbereich der Armee
- die Reste der sich aus dem russischen Kessel bei Halbe nach Westen durchkämpfenden 9. Armee
- die eingeschlossenen Soldaten aus Potsdam
- die zig- tausenden Flüchtlinge, die sich unter den Schutz der Armee gestellt hatten,
zu retten und sie alle nach Westen über die Elbe in Sicherheit zu bringen.
Diese hier am 23.4.1945 in der "Alten Hölle" gefassten Entschlüsse des AOK 12 konnten weitestgehend in die Tat umgesetzt werden:
- Neben den Lazaretten im unmittelbaren Operationsgebiet der 12. Armee werden am 27.4. 3000 verwundete deutsche Soldaten, die in den Beelitzer Heilstätten in russische Gefangenschaft geratenwaren, mit ihrem Pflegepersonal befreit.
- Südlich Beelitz werden am 1.Mai die Reste der 9. Armee zusammen mit den überlebenden Flüchtlingen aus diesem Bereich aufgenommen.
- Am 29./30.4. werden 15000 - 20000 Soldaten aus dem eingeschlossenen Potsdam aufgenommen
- Bis zum 7.5. werden ca. 200 000 Flüchtlinge durch die 12. Armee über die Elbe "in den Westen" gebracht.